Die Auslöschung der Mary Shelley // Marc Buhl

Bild von Blink Books
Taschenbuch, Klappenbroschur
315 Seiten
ISBN 978-3958370036 (ebook)
[D] 4.99€ (ebook)

Klappentext
"2014 Kalifornien. Im Auftrag der NSA hat Powell Ltd. den ersten Quantencomputer der Welt gebaut. Von nun an kann jede Äußerung, jede Aktion eines jeden Menschen bespitzelt werden. Die 28-jährige Biologin Mary Shelley gehört zwar zum geheimen Entwickler-Team, aber sie verfolgt eine andere Mission. Der Computer soll nicht die Bevölkerung ausspionieren, sondern Verbrechen und Gewalt verhindern. Denn davon hat Mary selbst zu viel erlebt, damals als ihre Eltern ermordet wurden. Doch damit der Computer das moralische Gewissen des Internets werden kann, muss sie etwas ermöglichen, das ihn menschenähnlich macht: Lernen. Daran arbeitet sie Tag und Nacht. Und als es ihr endlich gelingt, gerät ihr eigener Plan außer Kontrolle. Der Computer wird zu einem unberechenbaren Jäger. Frankensteins Monster emanzipiert sich von seiner Schöpferin und hinterlässt eine Blutspur auf dem Weg in eine neue Welt."

Meine Meinung
Mary Shelley arbeitet zusammen mit einem Kollegen am allerersten Quantencomputer dieser Welt. Dieser soll schneller, besser, schlauer und selbstständiger sein, als jeder andere Computer je zuvor. Die begabte Biologin und Programmiererin möchte dem Computer ein Leben einhauchen und erstellt sich ein paar Hintertürchen, durch die sie jederzeit mit ihrem eigenen Passwort gelangen kann. Somit kann sie am Programm basteln, wie es ihr passt, und niemand kann es ihr verbieten. Für den persönlichen Touch erhält der Computer den Namen VICTOR (Virtual Identity Creating Tomorrow). Als Freunde und Familie Bedenken äußern, will Mary davon nichts hören. Sie wird übermütig und erschafft ein Monster. Und dieses Monster möchte nicht nur Mary töten.

Die Idee des Buches fand ich sehr interessant, denn ein Computer, der ein Bewusstein entwickelt, wie ein Mensch handeln kann und sich selber Wissen aneignet, ist ziemlich beeindruckend. Allerdings auch ein wenig erschreckend, denn wie weit kann so ein Computer gehen, wo er doch eine Maschine ohne Gefühle ist? Wird er immer richtig handeln und auf seinen "Schöpfer" hören, oder wird er irgendwann zu einer Gefahr für die Menschheit?

Das Buch liest sich sehr schnell, und man kommt gut in die Geschichte rein. Der Leser entwickelt sofort Sympathien für die naive Mary und fragt sich mit ihr, wieso plötzlich so viele Menschen in ihrem Umfeld sterben. Im Verlauf der Geschichte lernt man ihr Werk, den Quantencomputer, besser kennen. Als Leser, der das Geschehen von außen betrachtet, sieht man sofort, dass der Computer nicht das tut, was ein Mensch als gut bezeichnen würde. Durch sein selbstständiges Handeln ist er zu einem gefährlichen Gegner geworden. Man bekommt hautnah mit, wie und warum Marys Freunde und Kollegen sterben.

Das Buch ist ziemlich gut recherchiert, spannend geschrieben und lässt einen mitfiebern, ob Mary es trotz der Intelligenz des Quantencomputers schafft, ihn auszuschalten.

Die Parallelen zu "Frankenstein" von Mary Shelley habe ich erst erkannt, nachdem ich für meine Rezension recherchiert habe. Man kann dieses Buch also durchaus als die modernere Version des Klassikers ansehen!

Vielen Dank noch einmal an BLiNK BOOKS und Marc Buhl für dieses Rezensionsexemplar!
Hier mal ein Zitat von Facebook: "... des weltweit ersten autonom von einer Software erstellten Romans. Frei nach den Vorgaben von Autor Marc Buhl..." Ist das nicht irgendwie... cool und erschreckend?

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